Treibball ist eine relativ neue Hundesportart, die immer mehr Hunde und Menschen in ihren Bann zieht. Kleine, wie große Hunde – egal welcher Rasse – und insbesonde­re die Hüte- und Treibhunde ha­ben viel Spaß am Spiel mit den bunten Bällen. Es ist ein Sport für wirklich jedermann und je­den Hund: ganz gleich welcher Rasse oder Mischung, ob groß oder klein, dick oder dünn, jung oder alt, sportlich oder unsport­lich, mit oder ohne Handicap. Zu Beginn lernt Dein Hund erst ei­nen, dann zwei und immer mehr Bälle vor sich her zu Dir und später auch geschickt über oder um Hindernisse herum in ein Tor zu schubsen. Die Bälle haben ei­nen Durchmesser von ca. 26 bis 85 cm – je nach Größe Deines Hundes. Möchtest Du Treibball als Turniersport betreiben, dann muss Dein Hund später acht der großen Bälle in möglichst kurzer Zeit über eine Distanz von 15 bis 25 Metern zu Dir in ein Tor treiben. Darüber hinaus gibt es an Turnieren Treibball-Spiele mit immer wieder neuen Aufgaben.


Treibball – eine gute Ergänzung zu Agility

Treibball ist eine tolle Ergän­zung zu vielen beliebten Sport­arten. So können die Distanzübungen zum Beispiel hilfreich sein, dass Dein Hund sich zu­künftig auch im Agility Parcours besser auf Distanz von Dir führen und leiten lässt. Und auch ältere Zwei- und Vierbeiner, die Ihr bisheriges Hobby aufgrund erster Wehwehchen langsam aufgeben müssen, finden beim Treibball-Training neue He­rausforderungen. Treibball ist insbesondere für den Menschen körperlich deutlich weniger an­strengend, als zum Beispiel der Turnierhundsport oder Agility und belastet die Gelenke des Hundes nicht, da er nicht sprin­gen muss. Daher kannst Du auch einen älteren Hund beim Treib­ball mit immer wieder neuen Aufgaben fordern und körper­lich und geistig fit halten. Das Schwierigste am Treibball ist die saubere Distanzarbeit. Das heißt, dass sich Dein Hund auch auf größere Entfernung zuverlässig dirigieren lässt und genau darauf achtet, welchen Ball er als Näch­stes zu Dir treiben oder welche Übung oder welchen Trick er stattdessen davor noch machen soll. Es geht nicht darum, ein­fach loszurennen und wild die Bälle mehr oder weniger ziellos durch die Gegend zu schießen.


Treiben die Hunde die Bälle mit der Nase oder den Pfoten?

Jeder entwickelt mit der Zeit seine eigene Treibtechnik. Die meisten Hunde schieben die Bälle mit dem Nasenrücken und tiefem Kopf vor sich her. Manche setzen zum Lenken und um den Ball auf Kurs zu halten unterstützend auch ihre Brust und die Pfoten ein. Sehr kleine Hunde bewegen den Ball auch gerne pfötelnd vorwärts. Prinzi­piell ist alles möglich und erlaubt – auch an Turnieren. Jeder Hund darf die Bälle treiben, wie er möchte - solange kein Ball dabei kaputt geht. So schubsen einige die Bälle auch mit der Nasen­spitze oder mit leicht geöffnetem oder weich schnappendem Maul oder abwechselnd mit der rech­ten und der linken Wange. An­fangs ist es hilfreich, den Fokus erst einmal auf das Berühren der Bälle mit der Nasenspitze oder dem Nasenrücken zu legen und nur dies zu belohnen. Denn wenn die Hunde die Pfoten oben auf den Ball legen, stoppen sie ihn in seiner Bewegung und manche Hunde nutzen dies bewusst, um in den Ball zu beißen.


Treibball fördert den Grundgehorsam

Treibball ist eine sehr ab­wechslungsreiche und sinnvolle gemeinsame Beschäftigung bei der spielerisch und fast nebenbei auch der Grundgehorsam gefe­stigt wird. Zu den wichtigsten Übungen zählen das „Voraus“ senden, sich auf Distanz nach „Rechts“ und „Links“ schicken lassen, Impulskontrollübungen wie „Stopp“, „Anker“ oder „Warte“ und natürlich das Treiben und Lenken der Bälle. Einige der Übungen sind zu­dem äußerst hilfreich im Alltag. Denn Dein Hund lernt auch, sich schnell bewegende Objekte zu ignorieren oder sich von ihnen abrufen zu lassen, wo so man­cher Vierbeiner in ähnlichen Situationen doch viel lieber dem Objekt, das ihn reizt, weiter hin­terherlaufen würde. So lässt er sich mit der Zeit meist auch viel besser von zum Beispiel Krähen auf einem Feld abrufen, denen er viel lieber weiter nachlaufen würde.


Treibball als Ergänzung oder neue Herausforderung

Mit all seinen Facetten, die das Training bietet, lastet es den Hund rundherum aus. Bei Treib­ball geht es um Bewegung, klare Kommunikation, Geschicklich­keit und gutes Teamwork. Und wenn Du die Übungen ruhig aufbaust, belastet es die Gelenke nicht, sodass Du bereits mit einem sehr jungen Hund spiele­risch mit allgemeinen Übungen, die die Grundfertigkeiten trainie­ren und dem Anstupsen der Bälle beginnen kannst. Achte darauf, dass Dein Hund sich zu Beginn nicht einfach alleine mit den Bällen vergnügt, statt mit Dir zusammen und Dir den Ball zu zuspielen. Denn für viele Hunde ist das Treiben der Bälle ganz schnell selbstbelohnend. Und dann kann es schnell passieren, dass sie sich auch später immer wieder lieber alleine mit den Bällen vergnügen.


Treibball – ein Ersatz fürs Schafehüten? Und nur für Hüte- und Treibhunde?


Nein, nicht wirklich... – auch wenn man das immer mal wie­der hört. Vielleicht, da sich der Entwickler der Sportart Treibball beim Regelwerk unter anderem von der Hütearbeit an Schafen inspirieren ließ. Zwar macht vie­len Hüte- und Treibhunden das Spiel mit den bunten Bällen rie­sigen Spaß, aber nicht nur ihnen, auch vielen anderen Rassen und Mischlingen. Es ist ein Hundes­port bzw. eine Freizeitbeschäfti­gung wie andere auch. Die einen lieben Agility, Obedience, Dum­myarbeit oder Dogdance – und andere spielen eben Treibball. Jeder sollte einfach das tun, was ihm und seinem Hund am besten gefällt. Die Regeln für Treibball- Turniere orientieren sich ein we­nig an Schaf-Hüte-Wettbewer­ben. Aber Treibball hat mit dem Schafe hüten ansonsten nichts gemeinsam - es ist einfach nur ein Spiel. Schafe würden sich in Bewegung setzen, wenn ein Hund sie umkreist, sie mit den Augen fixiert oder anbellt, die Bälle aber bleiben emotionslos liegen. Sobald der Hund um die Bälle herumläuft und wie beim Pool-Billard, den Ball an der Spitze anstupst, rollen alle Bälle auseinander – Schafe würden sich eher zusammenrotten. Zwar müssen die Bälle genau wie die Schafe nach Anweisung des Menschen „eingesammelt“ und in ein Gatter oder Tor getrieben werden. Und weder mit den Bällen noch mit den Schafen dürfen die Hunde einfach tun, was sie wollen. Aber der deutlichste Unter­schied besteht einfach darin, dass es sich bei den Bällen um Ge­genstände und nicht um lebende Tiere han­delt. Und das können die Hunde wirklich gut unterscheiden! Da Hütehunde, wie zum Beispiel Border- Collies, gerne Objekte umkreisen, fällt ihnen die eine oder andere Übung vielleicht ein bisschen leichter. Aber mehr auch nicht. Dafür muss man gerade bei den Hütehunden wiederum aufpassen, dass sie nicht anfangen, die Bälle zu hüten oder sich mit ihnen alleine zu vergnügen und da­bei zu überdrehen.
Viel Abwechslung auch im Training

Bälle faszinieren Zwei- wie Vierbeiner. Warum sonst gibt es so viele Ballsportar­ten? So macht das Treiben der bunten Bälle bereits riesigen Spaß, wenn ein Hund noch keine acht Bälle treiben kann. Es gibt zahlreiche Spielideen, bei denen Dein Hund nur mit einem, zwei oder vier Bällen arbeitet. Ganz ne­benbei übst Du dabei die verschiedenen Grundfer­tigkeiten, die er braucht, um später bis zu acht große Gymnastikbälle geschickt in möglichst kurzer Zeit zu Dir in ein Tor zu treiben. Mit ein bisschen Kreativität gestaltest Du Treibball immer wieder neu. Dein Hund kann die Bälle zum Beispiel auch umrunden, auf dem Spiel­feld versteckte Bälle suchen, Bälle durch einen Agility-Tunnel, um Hindernisse herum, über einen Steg oder eine Wippe ins Tor bugsieren. Es gibt Spiel-Varianten mit farbigen Bällen und passenden Toren, bei denen Du Deinen Hund zu Bällen mit einer bestimmten Farbe dirigieren musst. Auch Teamspiele mit mehreren Mitspie­lern sind möglich. Dabei ist es auch ganz egal, ob Dein Hund ein Ball-Junkie ist oder ob ihn Bälle bisher noch nie interessiert haben – prin­zipiell kann jeder Treibball lernen!


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Treibball Training Fotos: Michael Scholz
Michael trainiert nach dem System von Anja Jakob
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Unter Anleitung von Treibball Trainer Anwärterin Nicki lernen wir das intensivere Treiben des Balles

Belohnung ist auf dem Weg für das Treiben des Balles...
Takoda schieb den Ball!
"Stolze Endsequenz" am 4. Trainingstag. Wir treiben in erste Tore...
Das sieht ganz nach "Erfolg" aus.... :-)

"Touch" - Takoda geht zielgerichtet auf´s Target.

Ein momentanes Hilfsmittel um ihn später hinter

Bällen zu platzieren.

Nicki erklärt die Targetarbeit genauer....und Takoda verharrt wie gewünscht auf Target und hört auch zu :-)

Michael empfiehlt als Buch: Treibball
-Vom Spiel zum Turniersport- von Anja Jakob

ISBN 978-3-942335-97-3