RASSEBESCHREIBUNG SAMOJEDE
Unter allen Hunderassen ist der Samojede eine der ältesten und kommt dem eigentlichen Ursprungsbild am nächsten. Trotz seiner eleganten und liebenswürdigen Erscheinung ist er ein robuster Naturbursche und Arbeitshund geblieben, hat sich noch viel vom ursprünglichen Charakter, dem Temperament und dem Aussehen seiner Ahnen bewahrt.
  DER SAMOJEDE / KULTURGUT DER NOMADEN
Der Samojeden-Volksstamm (nach denen diese Rasse benannt wurde) lebte im hohen Norden, -in einer der unwirtlichsten Gegenden dieser Erde-, zwischen dem Uralgebirge und dem Jenissei-Fluss. Sie selbst nennen sich Nenzen und lassen sich in vier Gruppen unterscheiden: Tawgg- und Awam Samojeden, Jenissei- und Ostjak- Samojeden, Juraken. Die Samojeden halfen ihren ursprünglichen Herrn, den Rentiernomaden im Überlebenskampf: Sie zogen die Lastkähne. die transportablen aus Tierhäuten gefertigten Stangenzelte, die Ausrüstung, die Jagdbeute und die Menschen, suchten und fanden den Weg über die Schneesturm-Steppe und das tückische Moor. Sie dienten freudig als Jagdgehilfen, meldeten Herankommende, hüteten die Rentierherden im Sommer auf der baumlosen Tundra und im Winter in der bewaldeten Taiga. Verstärkt ab 1950 wurden die Samojeden zwangskollektiviert und Maßnahmen zur Sesshaftmachung getroffen. Dennoch haben sie ihre kulturellen Eigenarten bewahrt und manche kehrten bereits zurück zu ihrem ursprünglichen Nomadenleben. Die Samojeden sind ein einfaches, friedliches Volk, welches dem Schamanenkult huldigt. Ihre Kleidung fertigen sie aus Tierfellen (Rentier, Eisbär,Hund), welche sie aufs vorzüglichste gegen die arktische Kälte schützt.
  MENSCH UND HUND    
Sie waren niemals Feinde, nie Konkurrenten, teilten Entbehrungen, Kälte und Freundschaft. Die Hunde standen bei ihren Besitzern in hohem Ansehen, durften mit in die Zelte (Jurten), spielten den Babysitter, dienten als Abfallbeseitiger und lebende “Wärmflaschen”. Dies prägte sie nachhaltig und spiegelt bis heute in allem was sie tun wieder, machte sie zu liebenswerten, menschenfreundlichen und anschmiegsamen Gefährten, mit einem einmaligen und selbständigen Charakter.
  GESCHICHTE
Die Hunderasse Samojede in Europa: Obwohl seit 1698 in verschiedenen Reiseberichten über die Bjelkiers (weissen Hunde die weiss gebären) oder Voinaikas (=russische Bezeichnung), den dickfelligen meist weissen Hunden der “primitien” Naturvölker berichtet wurde, gelangten sie erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Menschen, als die Polarforscher Amundsen (siehe Bild: Expedition am 20.10.1919)
 
Nansen Expedition Abfahrt 1896
Nansen, Scott, Jackson, Borchgrevink, Fiala Harmsworth und Shackleton nrbrn anderen Hunden auch die freundlichen, genügsamen, ausdauernden und leistungsbereiten Samojeden vor ihre Lastschlitten spannten.
 Als der Engländer Mr. Ernest Kilburn-Scott von der Royal Zoological Society im Jahre 1880 die Gelegenheit hatte eine Expedition nach Archangel zu begleiten wurde er aufmerksam auf einen sehr reizenden, pummeligen Welpen. Hiermit begann seine Liebe zum Samojeden und er erwarb später noch mehrere Hunde von Forschern oder direkt aus Sibirien. Dies war der Beginn der Zucht außerhalb Sibiriens.
Bald akzeptierte man nur noch weiße, bisquitfarbene und cremefarbene Hunde. Schwarze, schwarz-weiße oder Hunde mit anderen Combinationen wurden von der Zucht ausgeschlossen. 1909 wurde der Samoyede Club in England gegründet. Im Jahre 1947 ließ man das “e” dann weg.
In kurzer Zeit gelang es Scott und den wenigen anderen Züchtern die Rasse zu vereinheitlichen und als erste Schlittenhunderasse offiziell anerkennen lassen. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gelangten die ersten Samojeden nach Amerika. Von England und Amerika aus wurden dann die ersten Hunde nach Europa gebracht.
In abgelegenen Gebieten gibt es noch Heute Samojeden. Allerdings gelangten keine mehr zu Zuchtzwecken in die Amerikanische, Englische oder Europäische FCI-Zucht.