IG-Samojede Deutschland - Nosework - Fährtensuche


5: NOSEWORKING by Heidi Weiss

                                            Unter dem Begriff NOSEWORKING fasst man verschiedene Arten der Nasenarbeit zusammen. Hierzu gehören auch die veschiedenen Sparten im Rettungshundbereich wie z.B. Clean Boot Hunting, Flächen-, Trümmer-, Lawinen-Suche, Mantrailing. In den letzten Jahren hat die Zahl der teilnehmenden Samojeden stark zugenommen.
                                        Elisa Lachenmayer die seit Jahren mit ihren Samojeden in der Rettungshundarbeit tätig ist schrieb:

“Man sieht, auch wenn Samojeden keine typischen Vertreter in der Rettungshundearbeit sind,  das sie auch in dieser Arbeit sehr gute Leistungen bringen können und es nur am Menschen liegt die Energie und Geduld  in diese Arbeit mit ihren Hunden zu investieren!” 

 

Samojeden bringen die folgenden Vorteile von Natur aus mit, welche ihnen die Arbeit als Rettungs-, Suchhunde, auch im tiefen Schnee zugute kommen.

            Sehr guter Geruchssinn: Ein überaus wichtiger Sinn beim nordischen Hund, mit all seinen Funktionen. So finden sie z.B. im verschneiten Trail die Schlittenhundespur unter dem Schnee wieder.
            Ausdauer, mental und körperlich:  Der Samojede vereinigt körperliche Ausdauer und Wendigkeit mit mentaler Stärke. Er ist in der Lage über lange Distancen auch im hohen Schnee ausdauernd (stundenlang) zu laufen und zu arbeiten.
            Selbständigkeit, Wesenssicherheit: Der Samojede ist in der Lage die zum Erfolg führenden Entscheidungen selbständig zu treffen. Er kann im Ernstfall nicht immer die Unterstützung seines Hundeführers erwarten. Scheues oder agressives Verhalten ist zuchtausschliessend, eine mittlere Reizschwelle wünschenswert.

Ein Rettungshundeführer benötigt eine gute Kondition, Arbeiteifer und Unerschrockenheit. Er muss fleissig lernen um sich weiter zu bilden, zur Zusammenarbeit mit anderen Teams bereit sein, abkömmlich sein. Er sollte andere Hunde mögen und wenn nötig motivieren können.

    

     CLEAN – BOOT HUNTING / FÄHRTENSUCHE

Sicher gibt es Hunderassen die speziel für diese Arbeit gezüchtet wurden, einen genetischen Vorteil haben. Aber die zuvor aufgezählten Punkte befähigen auch den Samojeden eine Fährte gründlich aus zu arbeiten. Und der Spaß den er dabei hat ist unverkennbar.

Boot Hunting: Der Grundstein wurde Ende des 19. Jahrhunderts in England gelegt. Bei der Jagd legte der Fährtenleger mit seinen Schuhen eine Wildgeruchs-Fährte (z.B.  Fuchsblut). Dieser sog. “Schweißfährte” folgen dann die Hunde. Heutzutage würde ein so ausgebildeter Samojede in der Lage sein, z.B. verletzten oder angefahrenen Tieren zu folgen, selbst im tiefen Schnee und bei Schneesturm.

Clean Boot Hunting ist die Alternative. Eine spannende Jagd (ohne Blutspur) durch oft unwegsames Gelände mit wechselnden Bodenbelägen. Ziel ist es der Spur einer Person zu folgen, die diese zuvor gegangen oder gelaufen ist. Der Hundeführer muss lernen die Signale seines Hundes zu sehen und zu deuten. Beide müssen sich perfekt verstehen und vertrauen.  Zudem arbeiten sie an ihrer Kondition und Gesundheit, so wie auch der sog. ”Runner” welcher am Schluß als vermisste Person voll Freude gefunden wird.

      MANTRAILING

Der Grundstein wurde etwa im 19. Jahrhundert in Amerika gelegt. Man= der Mensch und trailing = (Spur/Fährte) folgen .




Mantrailing mit Ulrike Ladining


Obwohl genetisch veranlagte Rassehunde (wie Jagdhunde) beforzugt eingesetzt wurden, bewährten sich im Mantrailing inzwischen auch andere arbeitende Gebrauchshunderassen, wie auch der Samojede. Die schwierigste Sucharbeit für Mensch und Tier und wohl anspruchsvollste Art des Noseworking`s.  Verfolgung einer individuellen Geruchsspur (Trail) in eher aufrechter Haltung, bis zum Erreichen des Menschen (vermisst, traumatisiert, demenzkrank, verletzt) oder (Haus-) Tier-Spur (Pettrailing). Der Hund orientiert sich an den verlorenen Geruchsmolekülen in der Luft und im Bodenbereich. Sie driften z.B. bei Windeinwirkung und Sonneneinstrahlung ab, verdünnt sich an einigen Stellen, verdichtet sich dafür an geschützten Stellen. Der Hund darf sich nicht ablenken lassen (von anderen Personen-Gerüchen, dem Verkehr, anderen Hunden, Wild usw.). Maintrailer können auch in der Stadt und in Gebäuden eingesetzt werden. In der Rettungshundearbeit werden immer mehr Maintrailer ausgebildet. Eine Zusammenarbeit von Flächensuchhunden und Mantrailern steigert die Effizienz bei der Vermisstensuche, wobei die Letzteren in der Regel eine Hinwendungsrichtung vorgeben.